Vor zwanzig Jahren

Die Zeit vergeht.

Vor zwanzig Jahren kündeten die damaligen Schweizer Karl-May-Freunde unter Elmar Elbs den Karl-May-Kongress der Karl-May-Gesellschaft in Luzern und auf der Rigi an.

Daniel Annen, Webmaster von Arth-online.ch, hat die damalige Homepage über die Ausstellung im «Bücherladen Goldau» neu Aufgelegt.

Auszug aus Arth-online.ch

Wer die in die Urzeit des Schweizer Karl May Freundeskreises zurückkehren und in Erinnerungen schwelgen möchte, kann sich die Fotos und Texte von damals nochmal anschauen.

Lorenz

Wenn ich nicht bei Karl May bin

Wenn ich mich nicht mit Karl May und seiner Philosophie beschäftige besteht meine Aufgabe darin, die Natur und Umwelt zu erhalten. Leider ist dies nicht immer so interessant wie hier. Allerdings ist das Interpretieren von Gesetzen fast so spannend wie das Interpretieren von Literaturtexten wie bei Karl May.

Neuer Lebensraum für die Forelle. Revitalisierung Berschnerbach, Walenstadt.

Lorenz

Bruder Gerold stellt sein Lieblingsbuch vor

Gerold Zenoni mit seinem Lieblingsbuch Weiser und Konsuln

Bruder Gerold Zenoni (62) war schon als Kind vernarrt in Bücher. Mit Grippe im Bett verschlang der damalige Primarschüler die beiden Heidi-Bücher von Johanna Spyri und fing dann gleich wieder mit dem ersten Buch an. «Ich hatte auch eine Karl May-Phase», erzählt der im Urnerland aufgewachsene Benediktiner beim Treffen in der Sakristei der Einsiedler Gnadenkapelle.
Nur schon das Wort «Konsul» im Titel eines Buchs von Ivo Andric lässt Bruder Gerolds Herz höher schlagen, denn er liebt die Welt der Diplomatie.

Lorenz

Winnetou in Engelberg

Pueblo_EngelbergDrei Jahre ritt Winnetou in den Bergen der Innerschweiz. Bei Karl May sind die Apatschen bekanntlich Prairieindiander. Das raue Bergklima liess nach drei Jahren ein weiteres Gedeihen nicht zu und so endete mit dem Ölprinzen auch die Geschichte Winnetous in den Schweizer Bergen.

Elmar Elbs hat die Winnetou in Engelberg in Worten und Bildern zusammen gefasst.

So reisen wir in der Phantasie oder der Erinnerung wieder zu Winnetou in Engelberg.

Lorenz

Der Posse zweiter Akt oder Grande Finale

In Radebeul ging das Theater um den Abgang von Christian Wacker weiter. Die Medienmitteilungen vom Vorstand und dem Kuratorium zeigen in meinen Augen das mehr nicht funktioniert, als das Christian Wacker angesprochen hatte.

Der Vorstand sieht sich als Opfer und das Kuratorium nicht als Kontrollorgan, nicht als verantwortliches Gremium.

Dann setzt der Vorstand auch noch René Wagner als Museumsdirektor ad interim ein. Diese Handlung empfinde ich persönlich als absolute Provokation des Vorstandes und geht schon fast in eine Kriegserklärung gegen die Karl-May-Freunde. Und dies nicht wegen der Person René Wagners. Doch vor sechs Jahren wurde René Wagner mit der Begründung von finanziellen Unstimmigkeiten als Museumsdirektor fristlos entlassen. Nach dem sein Ruf durch diese Aktion durch den damaligen Vorstand der Stiftung schon arg ramponiert wurde, wurde in den letzten Jahren eine wahre Hexenjagd gegen René Wagner und anderen mit einer möglichen Stasivergangenheit vollführt.

Bei dieser Stasijagd wurde nie gefragt, ob jemand aus überzeugung, aus Karrieregründen oder wegen vorgehaltener Waffe diese Funktion ausführte. Egal was der Grund war und egal, ob die gejagte Person tatsächlich Stasi war, ihr Ruf und so auch René Wagners Ruf wurde in der Karl-May-Szene arg ramponiet, wenn nicht sogar zerstört.

Jetzt entscheidet sich der Vorstand René Wagner, an dem die letzten sechs Jahre ein Rufmord vollbracht wurde, als Museumsdirektor auf Zeit einzusetzen. Doch das Kuratorium tagt am 27. Juni und für einen Monat wurde den Angestellten ein Chef vorgesetzt, dessen Ruf zerstört ist. Wie soll denn das verstanden werden, wenn nicht als Kriegserklärung?

Für solche kurzen Zeiten ohne Kapitän hat jedes Schiff einen zweiten Offizier. Es also völlig sinnlos hier eine weitere Person einzuführen. Vorallem, wenn die Belegschaft des Museums bereits viele Fragen deponiert hat und auch den Willen kundgetan hat, ihrem bisherigen Chef Christian Wacker zu folgen, vorallem wenn ihnen jemand mit einem solchen Ruf wie derjenige René Wagners vorgesetzt wird.

Dieser Schritt und auch die fristlose Entlassung Christian Wackers während seiner Kündigungsfirst wird neue Kosten und neue Löcher in die Stiftungskasse reissen. Die Stiftung, das Erbe Karl Mays, das sich dieser wünschte, war eine Unterstützung armer Schriftsteller und jetzt wird sein letztes Geld wieder für teure Anwälte in einem Entlassungskrieg ausgegeben.

Dies lässt ein nahes Ende der Karl-May-Stiftung befürchten. Warum es so ist, hat Johannes Zeilinger schön erklärt. Als ehemalieger Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft hatte er einen Sitz im Kuratorium, den er nach seinem Rücktritt im Herbst an seinen Nachfolger übergab. Dies gab ihm die Möglichkeit jetzt frei von der Leber zu erzählen und zu erklären.

Möge seine Idee Früchte tragen.

Lorenz Hunziker

Was ist mit der Karl-May-Stiftung los?

Am 7. Mai 2020 wurde bekannt, dass der Geschäftsführer der Karl-May-Stiftung Christian Wacker sein Amt auf Ende Monat niederlegt. In einem offenen Brief und auch einem Radiointerview gibt er seine Gründe an.

Das kurzfristig ein Geschäftsführer der Karl-May-Stiftung von der Bildfläche verschwindet ist nichts mehr Aussergewöhnliches. So ging es an Weihnachten 2013 René Wagner und meiner Erinnerung nach auch Claudia Kaulfuß an Weihnachten 2018. Sie wurden per sofort freigestellt. In beiden Fällen hat sich meines Erachtens die Stiftung Stillschweigen erkauft, in dem René Wagner bis zu seiner Pensionierung und auch Claudia Kaulfuß mindestens während der Kündigungsfrist bezahlt wurde.

Diesmal verlässt jedoch der Geschäftsführer aus eigenem Antrieb die Stiftung und kann darum seine Gründe in einem offenen Brief kundtun. In den bisherigen Fällen waren es ja nur Gerüchte, die in Umlauf kamen. Trotzdem sehe ich ein paar Zusammenhänge.

Als erstes verstehe ich den Aufbau der Stiftung nicht wirklich. Ich bin in der Schweiz auch in einem Stiftungsrat, doch so kompliziert läuft es bei uns nicht.

Gemäss den Statuten der Karl-May-Stiftung gibt es zwei Organe: das Kuratorium und den Vorstand, der durch die Geschäftsführung unterstützt wird (§5). Das Kuratorium besteht aus mindestens 11 Personen, die einen Vorstand wählen, das Budget und die Jahresrechnung abnehmen und neue Geldquellen finden sollen (§6 und 7). Der Vorstand besteht aus maximal sieben Personen und soll die Stiftung verwalten (§8 und 9). im §10 wird festgehalten, dass der Vorstand für seine Amtszeit einen Geschäftsführer bestimmen kann, oder „Die Aufgabe kann auch mit einer Funktion in einer der von der Stiftung beherrschten Gliederungen verbunden werden.“ Da ist doch der Ursprung des Symptoms, welches wir in den letzten Jahren gesehen haben.

Das Kuratorium macht nichts. Wie in verschiedenen Verwaltungsräten, sind die einsatznehmenden Personen anderweitig beschäftigt und winken einfach alles durch. Nach Wagner und Kaulfuß wurde der Vorstand wohl durchgeschüttelt, die Amtsverteilung änderte sich, die Personen blieben aber dieselben. Dann besagen die Statuten, dass der Vorstand die Stiftung verwalten soll. Was bedeutet jetzt aber verwalten? Gemäss Wahrig ist verwalten: “ alle mit einer Sache zusammenhängende Angelegenheiten erledigen“.

In einer „normalen“ Firma oder Stiftung wäre genau dieses Verwalten zwei geteilt. Der Vorstand legt, die Strategie fest, wie die Ziele bzw. der Zweck gemäss Statuten §2 zu erreichen sind. Also das „Wie?“. Die Geschäftsführung bekannt als CEO, wobei das E für Executive, ausführen, steht, für die Massnahmen, also für das „Was?“.

Was wir jedoch von Gerüchten und jetzt aus dem offenen Brief von Herrn Wacker erfahren, ist dass der Vorstand keine Strategie vorlegte, sondern die Geschäftsführung zwang, die vom Vorstand vorgegebenen Massnahmen, also das „Was?“ auszuführen. Z.B. der viel zitierte Brunnenengel (,der nichts mit Karl May zu tun hat, sondern bei Klara lange nach Tod Karl Mays seinen Ursprung hat). Wer sich den anbefohlenen Massnahmen widersetzte, wurde per sofort seines Amtes enthoben, oder schikaniert, was man ja heute als Mobbing bezeichnet.

Über sechs Jahre ging so das Image der Stiftung und dem zu ihm gehörenden Karl-May-Museum Bach ab und das Kuratorium hat sich dazu nicht geäussert und den Vorstand mindestens zweimal wiedergewählt (Amtszeit 3 Jahre, §8.1) und diesen bis heute gewähren lassen.

Vielleicht ist nun die Zeit reif, die Stiftungsstatuten anzupassen und die Aufgaben klar zu definieren. Zudem darf die Frage gestellt werden, ob nicht auch die Personen, die diese Aufgaben ausführen sollen, getauscht werden müssen, um Karl May von diesem Possen-Theater-Image zu befreien.

Lorenz Hunziker

«Karl May im öffentlichen Bewusstsein»

Beitrag aus Sicht eines Kinderpsychotherapeuten zum Thema «Karl May im öffentlichen Bewusstsein», vorgetragen von Peter Züllig anlässlich des Karl May Freundeskreis Treffens vom 29.2.2020 in Bubikon 

In allen Kulturen und Religionen existieren dieselben Geschichten, Sagen und Mythen, die die Urgeschichte der Menschheit, die Erlebnisse, aber auch deren Beziehungen untereinander beschreiben. Themen wie Liebe, Enttäuschung, Gut, Böse, Sterblichkeit und Unsterblichkeit sind in diese Geschichten verwoben. Die Grundzüge des menschlichen Wesens und die darin gelebten Menschheitsthemen erhalten in archetypischer und metaphorischer Weise Gestalt.

Kleine Kinder leben im Symbolspiel permanent die wichtigsten Menschheitsthemen, die ja auch in Karl Mays Werken eine zentrale Rolle spielen. Und das, ohne je eine Geschichte Karl Mays gehört zu haben, geschweige denn, in Kenntnis dieser Metaphorismen oder der Menschheitsgeschichten zu sein.

Mit anderen Worten lassen diese Metaphern, oder Mythologeme, um den Begriff von Peter Züllig zu zitieren, grundlegende Eigenheiten der menschlichen Natur und die menschlichen Gefühle anklingen, ohne dass dazu gelesene Bücher, das Internet oder Netflix nötig wären.

Besonders jene Kinder – und dazu sind auch die «grossen Kinder» zu zählen – die aufgrund einschneidender Erlebnisse sensibilisiert sind für Gut und Böse, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Macht und Ohnmacht, zeigen im Spiel und/oder ihren Phantasien in hochgradig symbolischer Weise, wie Menschen Lösungen finden, Klärungen herbeiführen und wie das Gute über das Böse siegt. Diese Metaphern und die damit verbundenen Kompetenzen sind dem Menschen quasi in die Wiege gelegt und sind Antrieb für den starken Wunsch jedes Menschen für Entwicklung und damit Reifung.

Menschheitsthemen_in_sandMenschheitsthemen im Sand

Es ist damit klar, dass das menschliche Bewusstsein in jedem Zeitalter mit Karl Mays Symbolen durchtränkt sein wird und es wird wohl immer Interessierte Menschen geben, die bei deren Erforschung und Beschreibung auf den Namen Karl May stossen werden.

Dies aus Sicht eines Kindertherapeuten zu Peters hervorragendem Vortrag.

Daniel Münger, Müllheim TG, 6.3.2020

Die Sage vom verschwunden Fluss

Werner Geilsdörfer hat eine interessante Sage aus dem Karl-May-Roman „Ardistan und Dschinnistan“ mit seiner phantastischen Stimme vorgetragen.

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Neben diesem Text hat Werner Geilsdörfer auch aus dem Roman „Und Friede auf Erden“ die Szene mit der Ahnengalerie im nachgebauten Raffley-Castle in Ocama eingesprochen.

Beide Texte können auf der Homepage der Karl-May-Gesellschaft angehört und runtergeladen werden.

Uns ist Werner Geilsdörfer nach wie vor in guter Erinnerung. Hat er uns doch am 23. Juni 2018 in Birsfelden die Geschichte der Mormonen erzählt.

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Lorenz

Anlass vom 4. April 2020 abgesagt

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Nach dem Winnetou in Engelberg keine Bonanza fand und die Freilichtbühne  dem Geld zum Opfer fiel, fällt nun leider auch der Anlass vom 4. April 2020, an dem wir uns über die drei Winnetou-Vorführungen unterhalten wollten, dem Covid-19 zum Opfer.

Trotz dieser negativen Einflüsse bleibt Winnetou und seine Engelberger Freilichtbühne in unserer Erinnerung und das Thema wird darum zu einem späteren, gesünderen Zeitpunk wieder aufgegriffen.

Lorenz Hunziker